Interview mit Katrin Koppold

Hallo meine treuen Leser ♥

ich habe heute etwas ganz besonderes für euch. Ich durfte auf der Buchmesse 2013 eine ganz besondere Autorin kennenlernen, die ich direkt in mein Herzgeschlossen habe. Ich habe mir damals das Buch Aussicht auf Sternschnuppen und Zeit für Eisblumen bei ihr gekauft und signieren lassen. Ich habe diese Bücher geliebt, und jetzt zwei Jahre später habe ich bis auf ein Roman alle hier, entweder als Ebook oder Buch. Ich habe heute ein für mich ganz besonderes Buch von ihr Beendet und dazu wird morgen die Rezension folgen.

In den letzten Tagen hat die liebe Katrin mir ein paar Fragen beantwortet und ich bin sehr glücklich das ich euch diese heute vorstellen darf. Übrigens hat die liebe Katrin Koppold heute Geburstag. Happy Birthday Katrin!!! Pünktlich zum Geburtstag kommt morgen ihr neuer Roman Mondscheinblues raus. Ihr dürft gespannt sein.

 

Aber jetzt kommen  wir zum Interview.

 

Hallo Katrin,

  1. wärst du so lieb und würdest dich den lieben Lesern einmal vorstellen?

Gerne. Mein Name ist Katrin Koppold, ich bin 39 Jahre alt und ich schreibe Liebesromane. Ich wohne in der Nähe von München, und ich habe zwei Kinder, zwei Katen und einen netten Mann. J Ende 2012 habe ich meinen ersten Roman veröffentlicht, „Aussicht auf Sternschnuppen“, und seitdem sind fünf weitere Bücher unter meinem Namen und einer unter Pseudonym („The Diamond Guys: Fynn“ als Jade McQueen) dazugekommen.

Das Schreiben ist für mich eine wundervolle Möglichkeit, mich aus dem Alltag wegzuträumen und Welten zu erschaffen, in denen ich mich selbst gerne aufhalten würde. Und ich finde es schön, dass ich durch meine Bücher das Gefühl des ersten Verliebtseins immer und immer wieder erleben darf. In die männlichen Hauptfiguren meiner Bücher verliebe ich mich nämlich immer gleich mit.

 

  1. Wie lange hast du für deinen ersten Roman gebraucht? Von der Idee bis zur Veröffentlichung?

(Das steht bei Frage 5)

 

  1. Was sagen deine Freunde und Familie dazu, dass Du Bücher schreibst?

In der ersten Zeit, nachdem „Aussicht auf Sternschnuppen“ herausgekommen ist, wurde ich schon immer ziemlich gelöchert, aber mittlerweile interessiert es eigentlich keinen aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis so wirklich. Abgesehen davon, dass fast alle immer ganz brav meine Bücher lesen. Ich finde das auch gut so, denn ich möchte mein Leben als Schriftstellerin, das sich ja auch viel an der Öffentlichkeit abspielt, nicht mit meinem Privatleben vermischen.

 

  1. Wie fühlt es sich an, sein eigenes Werk als Buch in der Hand zu halten?

Es als Buch in den Händen zu halten, ist natürlich viel greifbarer als als Datei, aber ich muss sagen, dass es für mich nach wie vor der schönste Moment ist, wenn die letzte Überarbeitung abgeschlossen ist, und ich die fertige Geschichte vor mir sehe und weiß, dass ich es trotz aller anfänglichen Selbstzweifel und Schwierigkeiten doch geschafft habe, sie zu schreiben und auch zu beenden.

Woher nimmst Du Deine Inspirationen für Deine Handlungen?

Meist aus meinem persönlichen Umfeld. Ich verarbeite Erfahrungen, die ich oder andere gemacht habe, und Menschen, die ich getroffen habe oder von denen mir erzählt wird . Mein früherer Schreiblehrer, der auch selbst erfolgreich meinte einmal: „Jeder, der mir etwas Gutes oder Schlechtes tut, wird in meinen Büchern verbraten. Das ist bei mir ganz ähnlich. Ich glaube, so furchtbar viel Fantasie habe ich gar nicht. Ich bin eher ein guter Zuhörer und ich kann mir kleine absurde Alltagssituationen gut merken. Die muss ich mir noch nicht einmal aufschreiben. Sie schlummern in meinem Gehirn und warten auf ihren Auftritt.

 

  1. Wie lange schreibst Du an einem Buch?

Im Schnitt brauche ich fünf Monate für einen Roman mit etwa 350 Seiten. Und meist habe ich davor schon monatelang über die Idee nachgedacht, bevor ich mich wirklich ans Schreiben mache.

  1. Planst Du ein Buch von Anfang bis Ende durch? Oder gibt es nur einen roten Faden um den du drum herum interpretierst?

Ich gehöre tatsächlich zu den Leuten, die es von vorne bis hinten planen, aber natürlich sind meine Figuren auch manchmal widerspenstig und wollen ihren eigenen Weg gehen. Diese Freiheit lasse ich ihnen.

  1. Wie dürfen wir uns Deinen Arbeitsplatz vorstellen? Wo schreibst Du am liebsten?

In den kühleren Monaten schreibe ich ganz klassisch an meinem Schreibtisch – der leider nicht immer so aufgeräumt ist, wie ich das gerne hätte. Aber wenn es die Temperaturen zulassen, schreibe ich am allerliebsten auf der Terrasse – gerne bis tief in die Nacht bei Kerzenlicht und einem Glas Rotwein neben mir.

  1. Hast du vielleicht ein Foto für uns?

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  1. Hast Du irgendwelche Schreibrituale?

Nein, leider nicht. Furchtbar langweilig, nicht wahr? Ich setze mich einfach hin und schreibe, unabhängig davon, ob ich von der Muse geküsst werde oder nicht. Furchtbar langweilig nicht wahr? Dabei würde es doch viel besser in das exzentrische Bild einer Schriftstellerin passen, wenn ich antworten würde, dass ich nur Schreiben kann, wenn ich Hausschuhe mit rosa Hasenohren oder ein Rentiergeweih auf dem Kopf trage. Aber vielleicht kommt das noch. Wer weiß, was ich für Eigenheiten noch entwickele.;)

 

 

  1. Schreibst Du Deine Geschichten nur am Pc oder auch am Tablet? Benutzt Du noch Notizbücher?

Ich trage eigentlich immer ein Notizbuch mit mir herum, in das ich hineinkritzele, wann immer mir eine Idee kommt oder ich etwas Festhaltenswert finde. Das Schreiben an sich mache ich am Laptop.

  1. Hattest Du schon einmal eine Schreibblockade? Wenn ja wie überwältigst Du sie?

Ja, aber keine Ich-schreibe-gar-nichts-Blockade, sondern eine Ich-schreibe-aber-leider-nur-Mist-Blockade. Und so überwinde ich sie auch, ich schreibe stur weiter und hoffe auf eine Erleuchtung – meist kam die zum Glück auch irgendwann. Bei „Mondscheinblues“ hat die besonders lange auf sich warten lassen. Hier hat es mir sehr geholfen, ein Exposé zu schreiben und das mit meiner wundervollen Lektorin Anne durchzugehen. Sie hatte eine Menge Einwände und Anmerkungen, aber als der Plot erst einmal stand, lief es wie am Schnürchen. Beim nächsten Buch bekommt sie das Exposé gleich am Anfang.

  1. Wie bist du auf die Story überhaupt gekommen?

Eigentlich sollte Sam, Fees Freund in „Zeit für Eisblumen“, ein Mitglied in einer Boygroup sein. Damals hatte ich länger mit dem Sänger Akay telefoniert, der früher in der Popstars-Band „Overground“ mitgesungen hat, und ein Buch von Markus Grimm und Martin Kesici gelesen (Sex, Drugs and Castingshows). Bei „Zeit für Eisblumen“ erschien mir die Thematik aber einfach nicht passend und ich habe die Idee ad acta gelegt. Da mir bei „Mondscheinblues“ als allererste Szene ein Bild aufstieg, in dem die aufgestylte Nina am Flughafen auf den Reisebegleiter wartet, den sie sich in einer Künstleragentur gebucht hat, und furchtbar enttäuscht ist, als Tom auftaucht (er hat seit drei Jahren sein Profil nicht mehr aktualisiert), habe ich sie wieder hervorgekramt.

 

  1. Wie kommst Du auf die Namen deiner Protas?

Über die denke ich gar nicht so lange nach, meist fallen sie mir spontan ein. Ich habe aber auch schon gemerkt, dass eine Figur nicht funktioniert, wenn sie den falschen Namen hat. In dem Fall kann ich wirklich nicht weiterschreiben, bis mir ein besserer eingefallen ist.

  1. Warst du selber schon mal in Cornwall? Hast Du die Schauplätze alle selber besucht?

Ja, Anfang des Jahres zusammen mit meiner Mutter. Es war wunderschön.

Wenn es euch interessiert, wie es in Cornwall aussieht und wie der Ablauf der Reise war, dann schaut doch unter folgendem Link vorbei:

Der Link wird noch folgen. Dazu gibt es dann nochmal eine Info – ich bin schon so gespannt.

Dort öffne ich mein Cornwall-Tagebuch.

  1. Hast Du schon andere Projekte in Planung?

Geplant ist ein weihnachtlicher Kurzroman mit dem Titel „Zimtzauber“, ein Jugendroman und eine Geschichte, die mich schon seit einem Jahr verfolgt und auf die ich mich unheimlich freue. Der Arbeitstitel ist „Immer wieder im Sommer“. Es wird wieder mal eine Roadnovel und sie wird meine Figuren bis nach Amrum führen. Aber trotzdem wird in diesem Buch vieles anders sein, als in meinen bisherigen Geschichten.

 

 

  1. Liest Du auch genauso gerne, wie Du selber schreibst? Oder gibt es im Autoren-Alltag keine Zeit zum Lesen?

Ich lese jeden Tag. In meiner Mittagspause, die ich mir nur in ganz seltenen Ausnahmefällen stehlen lasse, und abends im Bett. Am liebsten mag ich Jugendromane, Krimis (KEINE Thriller, das machen meine Nerven nicht mit) und natürlich auch Liebesromane. Wobei ich da nicht so gut abschalten kann. Entweder stürzen sie mich in tiefe Depression, weil ich denke, so etwas Wunderbares niemals selbst schreiben zu können. Oder ich bin gelangweilt, weil mir viele Kniffe, mit denen wir Liebesromanautorinnen so arbeiten, natürlich vertraut sind.

 

  1. Wenn Du selber gerne liest, was ist Dir allgemein bei einem guten Roman wichtig, worauf legst Du wert?

Da ich ein ungeduldiger Mensch bin, muss er mich sofort packen und in die Handlung ziehen. Ich muss wissen wollen, wie es weitergeht. Wenn es der Anfang nicht schafft, mich zu faszinieren, lege ich das Buch weg. Da es so viele wunderbare Bücher gibt, scheue ich aber auch nicht davor zurück, eine Geschichte nicht fertig zu lesen, wenn ich merke, dass mein Interesse irgendwann abflaut. Seitdem ich mich aber nicht mehr an den Spiegel-Bestsellerlisten orientiere, sondern an den Empfehlungen von Bloggern kommt das kaum noch vor.

  1. Gibt es etwas, das Du Deinen Lesern und Leserinnen schon immer mal sagen wolltest?

Danke, dass ihr mich in den letzten Jahren so toll unterstützt habt und mir durch eure Weiterempfehlungen und Rezensionen dabei geholfen habt, meinen Sternschnuppentraum vom Verlagsvertrag mit Rowohlt wahrzumachen. <3

  1. Welches Buch hast du als erstes selbst gelesen?

Ich glaube, das war „Die Kinder von Bullerbü“ von Astrid Lindgren

  1. An welches Buch erinnerst du dich am meisten? Wie hat es dich geprägt?

Das sind auch die Romane von Astrid Lindgren. Mit ihnen verbinde ich ein Stück Heile-Kindheits-Welt.

 

  1. Hast du Ratschläge für junge Autoren und die die es werden wollen?

Gebt euch mit nicht weniger zufrieden, als mit dem besten Buch, zu dem ihr in der Lage seid. Und holt euch professionelle Unterstützung, wenn ihr selbst veröffentlicht. Gerade in der heutigen Zeit, wo der Buchmarkt von Neuerscheinungen überflutet wird, ist es wichtig, dass sich ein selbstverlegtes Buch in nichts von einem Verlagsbuch unterscheidet, wenn ihr aus der Masse heraustreten wollt.

 

  1. Wie sieht bei dir ein typischer Tag aus? Was sind deine Hobbys?

 

Ich stehe auf und mache meine Kinder fertig. Dann treibe ich eine halbe Stunde Sport (Fitness oder laufen), weil ich sonst vom vielen Sitzen Rückenschmerzen bekomme. Ich dusche, schreibe, mache Mittagessen. Am Nachmittag kümmere ich mich um den Haushalt und kutschiere meine Kinder durch die Gegend. Abends bin ich meist total platt und lese nur noch ein wenig, bevor ich schlafe.

Meine Hobbys sind alles, was mit Sport zu tun hat. Ich bewege mich gern – und ich verreise gern, treffe mich mit Freunden. Ich denke, ich bin recht unkompliziert. Mir machen viele Dinge Spaß.

 

  1. Wie bist du dazu gekommen ein Buch zu schreiben?

Wie die meisten Schriftsteller habe auch ich schon immer viel geschrieben. Mein Bruder bekam von mir zum Beispiel einmal ein Märchenbuch zu Weihnachten geschenkt und mit 14 habe ich eine Liebesgeschichte im Stil der damaligen Denise-Heftchen angefangen. Aber ich habe das Schreiben nie besonders ernst genommen. Es war etwas, was ich schon immer gut konnte, und oft ist es ja so, dass man den Dingen, die man kann, weniger Beachtung schenkt als denen, die man nicht kann. Ich hätte zum Beispiel viel lieber gut zeichnen gekonnt.

Einen springenden Moment gab es tatsächlich: Vor fünf Jahren lag ich krank im Bett und las einen Kriminalroman von ValMcDermid, „Moor des Vergessens“, der mich so fasziniert hat, das ich wusste: Jetzt ist der Zeitpunkt für ein eigenes Buch gekommen. Ich bin sofort aufgestanden, zu meinen Eltern in den Garten gegangen und habe es ihnen verkündet, damit ich auch garantiert keinen Rückzieher mehr machen konnte. Anfangs wurde ich von allen für mein Vorhaben ziemlich belächelt. Umso stolzer bin ich jetzt natürlich, dass ich es wirklich durchgezogen habe.

 

  1. Und welchen Weg willst du lieber in Zukunft beschreiten?

Um die Zukunft mache ich mir nicht so viele Gedanken. Denn die habe ich ja ebenso wenig wie die Vergangenheit in der Hand. Ich versuche, im Hier und Jetzt zu leben. Aktuell habe ich tatsächlich überhaupt keine Pläne.

  1. Was ist dein Traumreiseziel, und wieso?

Island, weil ich als Kind unsterblich in Nonni (oder war es Manni, der Größere von beiden) aus der Weihnachtsserie „Nonni und Manni“ verliebt war.

  1. Was war der erste Berufswunsch in der Kindheit?

Tierpflegerin

  1. Arbeitest du schon an einem neuen Projekt?

Ja, an dem Weihnachtsroman.

  1. Wieso sieht dieses Cover so anders aus? Hat das einen Bestimmten Grund? Ich meine die anderen Cover sehen sich alle doch sehr ähnlich, sie haben einen Widererkennungswert.

Hier habe ich meiner Graphikerin freie Hand gelassen. Und das Ergebnis hat mich so begeistert, dass ich es sofort abgesegnet hatte. Durch die Scherenschnittfiguren hoffe ich, dass zumindest ein kleiner Wiedererkennungswert doch da ist.

 

  1. Gehst du zur LBM?

Das Hotelzimmer ist bereits gebucht. 🙂

 

 

Vielen Dank für das Interview und ich hoffe wir sehen uns auf der FBM 2016 endlich mal wieder.

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